Das Prinzip

Warum Kraft nicht entscheidet

Viele Selbstverteidigungskurse funktionieren nur, wenn du stärker bist als dein Gegenüber. Im Ernstfall ist meist das Gegenteil der Fall. Wing Chun wurde für genau diese Situation entwickelt: Der Überlieferung nach stammt es von einer Frau, die sich gegen stärkere Männer behaupten musste.

Statt Kraft gegen Kraft zu setzen, nutzt du die Struktur deines Körpers, den kürzesten Weg und das richtige Timing. Die Kraft des Angreifers wird nicht gestoppt, sondern umgelenkt.

Vier Grundlagen

  • Struktur statt Muskeln: Stand, Haltung und Ellbogenposition tragen die Last, nicht der Bizeps.
  • Die Zentrallinie: Du schützt und triffst auf dem kürzesten Weg. Das spart Zeit, wenn es darauf ankommt.
  • Abwehr und Gegenaktion zugleich: Nicht erst blocken und dann reagieren, sondern beides in einer Bewegung.
  • Nachgeben und umlenken: Wer drückt, läuft ins Leere. Wer zieht, wird mitgenommen.

Im Training

Wirksame Anwendungen

Wir üben die Situationen, die im Alltag tatsächlich vorkommen. Angriffe passieren selten auf sportlichem Abstand, sondern nah: ein Griff, ein Stoß, eine Umklammerung.

Aus Griffen lösen

Befreiung aus Handgelenk-, Arm- und Kleidergriffen. Mit Hebelwirkung und Winkel statt mit Ziehen und Reißen.

Schläge abwehren

Schutz von Kopf und Körper bei Schlägen und Stößen, mit direkter Gegenaktion auf der Zentrallinie.

Umklammerungen

Befreiung aus Umklammerungen und Schwitzkasten, von vorne, von der Seite und von hinten.

Kontrollieren statt verletzen

Hebel und Haltegriffe aus dem Chin Na, um einen Angreifer zu kontrollieren, ohne ihn unnötig zu verletzen.

Reflexe unter Druck

Im Chi Sao, den klebenden Händen, lernt dein Körper, über Berührung zu reagieren, schneller als bewusstes Denken.

Grenzen setzen

Stimme, Haltung und Abstand: Viele Situationen enden, bevor sie körperlich werden, wenn du klar und ruhig auftrittst.

Mehr zu den Techniken und ihrer Herkunft aus Wing Chun, Dim Mak und Chin Na. Wie du Konflikte entschärfst, bevor sie körperlich werden, lernst du im Seminar Gewaltprävention & Deeskalation.

Effektivität

Was unter Stress funktioniert

Unter Angst und Adrenalin verschwindet Feinmotorik. Was dann noch abrufbar ist, sind wenige einfache Bewegungen, die oft genug geübt wurden. Darum lernst du bei uns keine hundert Techniken, sondern wenige Prinzipien, die in vielen Situationen greifen.

Geübt wird mit Partnern und wachsendem Druck: erst langsam und sauber, dann schneller, dann mit Überraschung. So wird aus einer Technik eine Reaktion.

Für wen

Für alle, die sich sicher fühlen wollen

Das Training ist für Frauen und Männer, Jugendliche und Ältere, sportliche und unsportliche Menschen. Vorkenntnisse brauchst du nicht, und du musst nicht fit sein, um anzufangen.

Für Kinder gibt es ein eigenes Angebot: Kinder-Kung-Fu und Selbstverteidigung. Für Menschen mit Assistenzbedarf: Kung Fu für Menschen mit Behinderung.

Dein Lehrer

Sifu Nils Ring

Über 30 Jahre Kampfkunsterfahrung, anerkannt von der Ving Tsun Athletic Association in Hongkong, 2008 als erster Deutscher in die Ip Man Family aufgenommen, 2025 in die Cho Family. Dazu ist er Lehrer für Gewaltprävention und Deeskalation und bildet selbst Selbstverteidigungslehrer aus.

Häufige Fragen

Fragen zur Selbstverteidigung

Brauche ich Kraft oder Vorerfahrung?

Nein. Wing Chun arbeitet mit Struktur, Timing und der kurzen Linie statt mit Muskelkraft. Du beginnst dort, wo du stehst, und das Training passt sich deinem Körper an.

Hilft das auch gegen größere und stärkere Angreifer?

Genau dafür ist Wing Chun gedacht. Du lernst, Kraft nicht zu blocken, sondern umzulenken, und den Angreifer dort zu treffen oder zu kontrollieren, wo Größe und Gewicht keinen Vorteil bringen.

Wie schnell kann ich mich wehren?

Erste Befreiungen aus Griffen übst du schon in der ersten Stunde. Reflexe, die auch unter Schreck abrufbar sind, entstehen durch regelmäßiges Training über Wochen und Monate.

Ist das Training gefährlich?

Nein. Geübt wird kontrolliert mit Partnern, Tempo und Druck steigen schrittweise. Ein Stopp oder Abklopfen beendet jede Übung sofort.

Was darf ich im Ernstfall tun?

Notwehr erlaubt, was zur Abwehr eines Angriffs erforderlich ist. Darum trainieren wir: lösen, Abstand schaffen, weg. Wer ruhig bleibt und nur so viel tut wie nötig, schützt sich auch rechtlich.

Was kostet das Probetraining?

Nichts. Das erste Training ist kostenlos, du kannst es online buchen.

Probier es aus

Das erste Training ist kostenlos. Wann die Gruppen trainieren, siehst du unter Unterrichtszeiten. Einzelunterricht ist nach Absprache möglich.

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