Fortbildung für Fachkräfte

Gewaltprävention & Deeskalation für pädagogische Fachkräfte

Zweitägige Fortbildung für alle, die beruflich mit Nähe, Grenzen und Konflikten umgehen – und die sich wehren können müssen, ohne dem Gegenüber zu schaden.

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Zwei Tage · mit Zertifikat · Dezembertermin ausgebucht

Die Ausgangslage

Wehren ja, verletzen nein

Wer Menschen begleitet, pflegt oder unterrichtet, steht regelmäßig in Situationen, die sich nicht wegorganisieren lassen: jemand wird festgehalten, gekratzt, geschlagen, angespuckt. Oft von einem Menschen, der dafür nichts kann, zu dem eine Beziehung besteht und der am nächsten Tag wieder da ist.

Normale Selbstverteidigung hilft hier nicht weiter. Sie ist darauf ausgelegt, einen Angreifer handlungsunfähig zu machen. Genau das dürfen Sie nicht. Was Sie brauchen, ist etwas anderes: sich lösen, Abstand herstellen, sich schützen – ohne Schaden anzurichten, und ohne die Beziehung zu zerstören.

Das nehmen Sie mit

  • Frühwarnzeichen erkennen, bevor eine Situation kippt
  • Die eigene Stressreaktion über Atmung, Stand und Stimme steuern
  • Nähe und Distanz bewusst gestalten – auch bei Menschen, die Berührung brauchen oder nicht einordnen können
  • Sich aus Festhalten, Kratzen, Beißen und Haareziehen lösen, ohne zu verletzen
  • Die rechtlichen Grenzen kennen: Notwehr, Nothilfe, Garantenstellung
  • Nach einem Vorfall richtig handeln: dokumentieren, nachbesprechen, entlasten
  • Ein Zertifikat über Inhalte und Umfang der Fortbildung

Für wen

Sechs Arbeitsfelder, eine Situation

Die Rahmenbedingungen unterscheiden sich, die Grundsituation ist überall dieselbe: beruflicher Kontakt, körperliche Nähe, keine Gewaltoption.

Assistenz und Eingliederungshilfe

Wohneinrichtungen, Werkstätten, Tagesförderstätten, ambulante Assistenz. Begleitung von Menschen mit Assistenzbedarf.

Kita und Hort

Erzieherinnen und Erzieher, Fachkräfte in der Frühförderung, Kräfte im Freiwilligendienst.

Schule und Schulbegleitung

Förderschulen, Inklusionshilfen, Schulsozialarbeit, Betreuung im Ganztag.

Jugendhilfe

Wohngruppen, stationäre und ambulante Hilfen zur Erziehung, Inobhutnahme, Erziehungsbeistandschaft.

Pflege und Betreuung

Altenpflege, Demenzbegleitung, Betreuungskräfte, häusliche Pflege.

Allein im Dienst

Nachtdienst, Fahr- und Begleitdienste, Einzelbetreuung – überall dort, wo keine zweite Fachkraft in Rufweite ist.

Ablauf

Zwei Tage, zwei Schwerpunkte

Gelernt wird über Erleben, nicht über Vortrag. Jede Theorie wird sofort in einer Übung spürbar.

Tag 1

Wahrnehmen und vorbeugen

  • Wie Eskalation entsteht: Auslöser, Stufen und der eigene Anteil daran
  • Frühwarnzeichen in Körpersprache, Stimme und Abstand
  • Stressregulation: ruhig bleiben, wenn es laut wird
  • Nähe, Distanz und Berührung im pädagogischen Alltag
  • Verbale Deeskalation und klare Ansagen ohne Drohung
  • Absprachen im Team: wer übernimmt, wer geht raus

Tag 2

Handeln und nachbereiten

  • Sicherer Stand, Abstand herstellen, aus der Linie gehen
  • Sich aus Festhalten, Kratzen, Beißen und Haareziehen lösen
  • Schutz des eigenen Kopfes und der Gelenke ohne Gegenangriff
  • Rechtliche Grundlagen: Notwehr, Nothilfe, Garantenstellung
  • Dokumentation: was gehört in den Bericht, was nicht
  • Nachbesprechung im Team und Entlastung nach einem Vorfall

Für die Leitung

Baustein im Gewaltschutzkonzept

Leistungserbringer der Eingliederungshilfe sind nach § 37a SGB IX verpflichtet, Gewaltschutzkonzepte vorzuhalten. In den meisten Einrichtungen steht dieses Konzept auf Papier. Schwieriger ist die Frage, wie daraus eine Erfahrung wird, die im Dienst trägt.

Diese Fortbildung lässt sich dort als praktischer Baustein einordnen – für den Schutz der begleiteten Menschen ebenso wie für den Schutz der Mitarbeitenden. Auf Wunsch stimmen wir die Inhalte vorab mit Ihrem Konzept ab. Alle Teilnehmenden erhalten am Ende ein Zertifikat über Inhalte und Umfang der Fortbildung – für den Fortbildungsnachweis und für Ihre Dokumentation.

Was diese Fortbildung nicht ist

  • Keine Schulung zu Fixierung oder freiheitsentziehenden Maßnahmen.
  • Kein Ersatz für ein Schutzkonzept, sondern ein Baustein darin.
  • Kein Kampfsport. Es wird nicht gekämpft und niemand vorgeführt.

Die Leitung

Sifu Nils Ring

Über 30 Jahre Kampfkunsterfahrung, Lehrer für Gewaltprävention und Deeskalation sowie Lehrer für Chi Gong. 2008 wurde er in Foshan per Teezeremonie in die Ip Man Family aufgenommen, 2025 in die Cho Family.

Für diese Fortbildung ist etwas anderes entscheidend: Er arbeitet als pädagogischer Mitarbeiter im Hofgut Friedelhausen. Die Situationen, um die es hier geht, kennt er nicht aus der Literatur, sondern aus dem Dienstplan.

Mehr über Sifu Nils Ring

Nächster Termin

15. und 16. Dezember 2026

Dieser Termin ist ausgebucht

Tragen Sie sich im Seminarkalender auf die Warteliste ein – Sie hören von uns, sobald ein Platz frei wird oder der nächste Termin feststeht.

Termin
Dienstag, 15. und Mittwoch, 16. Dezember 2026, jeweils 9:00 bis 16:00 Uhr

Ort
Dragon Cave Wittelsberg, Am Marktplatz 16, 35085 Ebsdorfergrund-Wittelsberg

Gruppengröße
Höchstens 12 Teilnehmende

Teilnahmebeitrag
180 € pro Person für beide Tage

Voraussetzungen
Keine. Bequeme Kleidung genügt, sportliche Vorerfahrung ist nicht nötig.

Anmeldung
Dieser Termin ist ausgebucht. Eintrag in die Warteliste über den Seminarkalender

Abschluss
Zertifikat über Inhalte und Umfang der Fortbildung

Für ganze Teams

Wir kommen zu Ihnen

Als Inhouse-Fortbildung in Ihrer Einrichtung, mit Ihren Räumen und Ihren Fallbeispielen. Termin, Dauer und Schwerpunkte stimmen wir vorher ab. Unser Einzugsgebiet umfasst Marburg-Biedenkopf, den Landkreis Gießen und den Lahn-Dill-Kreis.

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Fragen

Häufige Fragen

Für wen ist die Fortbildung gedacht?

Für alle, die beruflich mit Nähe, Grenzen und Konflikten umgehen: Assistenz und Eingliederungshilfe, Kita und Hort, Schule und Schulbegleitung, Jugendhilfe, Pflege und Betreuung. Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Was unterscheidet sie vom offenen Seminar Gewaltprävention & Deeskalation?

Die Grundlagen sind dieselben, der Rahmen ist ein anderer. Hier geht es durchgehend um berufliche Situationen: Menschen, zu denen eine Beziehung besteht, die man am nächsten Tag wieder begleitet und denen man nicht schaden darf. Dazu kommen Dokumentation, Nachbesprechung im Team und die Einordnung in das Schutzkonzept der Einrichtung.

Muss ich sportlich sein?

Nein. Es wird nicht gekämpft und niemand vorgeführt. Die körperlichen Übungen sind darauf ausgelegt, auch unter Stress und ohne Kraft zu funktionieren. Bequeme Kleidung genügt.

Zählt das als Baustein für unser Gewaltschutzkonzept?

Ja. Leistungserbringer der Eingliederungshilfe sind nach § 37a SGB IX zu Gewaltschutzkonzepten verpflichtet, und diese Fortbildung lässt sich dort als praktischer Baustein einordnen. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer erhält ein Zertifikat, das sich im Fortbildungsnachweis und in der Dokumentation Ihres Schutzkonzepts ablegen lässt.

Kommen Sie auch zu uns in die Einrichtung?

Ja. Als Inhouse-Fortbildung mit Ihren Räumen und Ihren Fallbeispielen, Termin und Schwerpunkte nach Absprache. Unser Einzugsgebiet umfasst Marburg-Biedenkopf, den Landkreis Gießen und den Lahn-Dill-Kreis.

Der Termin ist ausgebucht – was jetzt?

Tragen Sie sich im Seminarkalender auf die Warteliste ein. Sie hören von uns, sobald ein Platz frei wird oder der nächste Termin feststeht. Für ein ganzes Team ist eine Inhouse-Fortbildung meist der schnellere Weg – Termin und Schwerpunkte stimmen wir dann mit Ihnen ab.

Gibt es ein Zertifikat?

Ja. Nach den beiden Tagen erhalten Sie ein Zertifikat, das Inhalte und Umfang der Fortbildung ausweist – für Ihren Fortbildungsnachweis und für die Personalakte.

Was kostet die Teilnahme?

180 € pro Person für beide Tage, für Einzelne wie für Teams mit bis zu 12 Personen. Der Betrag kann vorab per Überweisung bezahlt werden. Der Dezembertermin ist ausgebucht; die Warteliste finden Sie im Seminarkalender.

Warteliste oder eigener Termin

Der Termin am 15. und 16. Dezember ist ausgebucht. Tragen Sie sich im Seminarkalender auf die Warteliste ein, dann melden wir uns, sobald ein Platz frei wird oder der nächste Termin steht. Für ein ganzes Team geht es oft schneller über eine Inhouse-Fortbildung – das Gespräch dazu kostet nichts und dauert zehn Minuten.

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